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Tagebuch eines Mitgenommenen

Altersgenossenverein 1934/35 Aalen

4-Tages-Reise in den Bayerischen Wald und Böhmerwald vom 7.-10. Juli 2008

Montag, 7.7.

Vor dem ersten Hahnenschrei morgens im Greut
stand ein nobler OVA-Bus zur Abfahrt bereit.
34 reiselustige AGV'ler hatten sich aufgerappelt
und wurden samt Gepäck exakt nach Plan im Bus gestapelt.

Ein kurzer freundlicher Gruß und die Augen ausgerieben
und schon fuhr Herr Leinweber in Richtung A7.
Im Kammerland war die notwendige Gesundheitspause
und die Chefin lud ein zur Sekt- und Wurstpriegelpause.

Nach zügiger Fahrt sahen wir die Walhalla im Regen stehen,
da waren viele bekannte Deutsche in der Ruhmeshalle zu sehn.
Markante weiße Edelköpfe, wir sagten heidanei,
da wäre doch für einen von uns auch noch ein Plätzle frei.

Auf der A3 in flotter Spur, die Straße war feucht,
haben wir bald die 3-Flüsse-Stadt Passau erreicht.
Dieter erklärte uns unterwegs die alte Bischofsstadt,
die viele bedeutende bauliche Reize zu bieten hat.

Von der Feste Oberhaus auf des Bergeshöhen,
war ein tolles Panorama des Passauer Landes zu sehen.
Zum Stadtrundgang nahmen wir die großen Schirme zur Hand,
und unser Guide Hans machte uns mit seiner Stadt bekannt.

Mit den Weißwürsten im Bauch sind wir sehr feucht marschiert,
und wurden kreuz und quer durch die winkligen Gassen geführt.
Residenzplatz, Domplatz mit den alten Hochwasserständen,
vom Deckengemälde des Ratssaales ließen sich einige blenden.

Der Reiseführer hat vieles sehr eingehend und genau erklärt,
nur die letzt OB-Wahl hielt er für total verkehrt.
Bei der Besichtigung des Domes staunten wir alle sehr,
nur leider war der Platz des Organisten an der Orgel leer.

Das Posthotel haben wir nach kurzer Fahrt im Regen erreicht,
aber die Verteilung der Zimmer war für die Hotelchefin nicht leicht.
Nach dem Einchecken wurde sehr gut gegessen und getrunken,
und auch von den Hallenbadschwimmern ist keiner ertrunken.

Dienstag, 8.7.

Der bayrische Gott erhörte unser inniges Bitten und Flehen,
wir durften am Morgen kurz den blauen Himmel sehen.
Die lustige Josefine hatte herrliche Sprüche gemacht,
und darüber haben wir alle sehr herzlich gelacht.

Durch den schönen grünen Bayernwald ging unsere Tour,
schmucke Dörfer, saftige Wiesen und Wälder, also Natur pur.
An Grafenau vorbei war eine Schnapsbrennerei unser Ziel.
Wir versuchten Bärwurz und Blutwurz hoffentlich nicht zu viel.

Der Oberbrenner hat bei unserem Abschied herzlich gelacht,
er hatte mit uns ein ganz gutes Geschäft gemacht.
Nun sind wir nach Arnbruck ins Glasdorf gefahren,
wo wir dann in einem riesigen Glasimperium waren.

Die Glasbläserei war ganz nett, aber vom Kleinsten,
aber das drum herum war vom Allerfeinsten.
Selbst edler bunter Glasschmuck im großen Garten,
und unser Regenschauer ließ auch nicht auf sich warten.

Totenbretter rechts und links ging's nach Bodenmais im Nu,
da schauten wir dem Herrgottsschnitzer bei der Arbeit zu.
Bei der Arber-Auffahrt wurde uns OVA-Kaffee serviert,
obwohl die Strasse durch den Fürst-Hohenzollern-Wald führt.

Für die Seilbahnstation hat sich der AGV was ausgedacht,
man konnte es kaum glauben, aber die Sonne hat gelacht.
Den großen Arbersee aber hatte unser Petrus frisch gefüllt,
so war der Wanderhunger von einigen schnell gestillt.

Über Zwiesel und Freyung haben wir uns auf den Heimweg gemacht,
und haben dabei über Tonis Besuch beim Brunch herzhaft gelacht.
Das Abendessen hatte der Hotelier in den Gewölbekeller vertagt,
hier haben wir wie die Rittersleut die Knochen abgenagt.

Die Musiker haben gespielt, wir haben geschunkelt und gesungen,
manche der Witze haben etwas unter der Gürtellinie geklungen.
Erdäpfelsuppe, Schweinshaxen mit Kren und Krautsalat,
Ritterspieß, Hähnchenschlegel und was die Küche so zu bieten hat.

Apfelkücherl, Rauchfleisch auf dem Brett, aber der absolute Gipfel,
waren die uns unbekannten vielgelobten Ritterzipfel.
Der Abend war spitze und von netter Harmonie geprägt,
am Ende haben wir wehmütig unsere Hauben und Helme abgelegt.

Mittwoch, 9.7.

Nach kurzer Busfahrt haben wir Tschechien erreicht,
leider war das morgentliche Wetter wieder sehr feucht.
Ab der Grenze war der Exförster Klose unser neuer Guide.
Er versprach uns im Böhmerwald eine angenehme Zeit.

Er erzählte über das Hochmoor, die Moldau und über das Land,
bis sich jeder von uns am Stausee - Hotel im WC wieder einfand.
Nun stand das mittelalterliche Krumau auf dem Programm,
bei Sonnenschein schauten wir uns den Böhmer-Urwald an.

Auf kurviger Straße ging es zum Schloßpark nach oben,
und konnten das herrliche Krumau-Panorama nur loben.
Durch die historische Burg wanderten wir in die Stadt,
unten fand nun die fröhliche Wiedervereinigung statt.

Der Hunger hat uns nach Budweis getrieben,
im Fleischladen gab es böhmisches Gulasch zum Verlieben.
Beim Bezahlen waren wir dann froh, der Kellnermann
nahm statt Tschechischer Kronen auch unsere Euro an.

Anschließend bummelten wir in der Budweiser City herum,
und sahen uns beim Samsonbrunnen auf dem Marktplatz um.
In der Nikolauskirche blieb für ein Gebet nur kurze Zeit,
denn schon stand im Bus der frische OVA-Kaffee bereit.

Die Stadt der Bleistifte und des Bieres haben wir nun verlassen,
und gondelten durch den Böhmerwald auf kurvigen Straßen.
Das AKW Termelin hatten wir auch im kritischen Blick,
und schon kehrte auch unser kleiner Regenschauer zurück.

An der Grenze war die Arbeit unseres Guides beendet,
er hat es gut gemacht und wir haben Beifall gespendet.
Die großen Schlafmützen muß man auch bestrafen,
ich habe vermutlich Schloss Hluboka samt Bierprobe verschlafen.

Unser fleißiger Fahrer mußte am Lenkrad kräftig schaffen,
und wir waren alle steinmüde vom Hocken und Gaffen.
Der Tag war gut gelungen und alle fanden ihn sehr nett,
nach dem Menü hieß es Kofferpacken und schnell ins Bett.

Donnerstag, 10.7.

Jetzt galt es Abschied nehmen vom Hotel, es war famos,
die Wirtsleute winkten freundlich, denn sie hatten uns los.
Auf der Heimreise schauten wir uns in Tittling um,
hier ist ein bedeutendes großes Freilichtmuseum.

Über 100 alte Gebäude sind liebevoll wieder aufgebaut,
die haben wir uns bei einem Rundgang aufmerksam angeschaut.
Das Dorf bei der Rothaumühle seinen Anfang nahm,
da reihten sich dann eine Vielzahl alter Häuslein an.

Hammerschmiede, Feuerwehrhaus und Wagnerei,
Geräteschuppen, Getreidespeicher und Schusterei,
der Teich im unteren Dorf und die Florianskapelle,
Steinmetzerei und die Klohäuschen an jeder Stelle.

Im Mühlviertel sich die Mühlräder emsig drehen,
es gab für jeden von uns viel Interessantes zu sehen.
Viele Geräte, Utensilien und Gruscht konnten wir erblicken,
die Leute waren früher kleiner, wir mußten uns oft bücken.

Nun bot sich der Gasthof Mühlhiesel zum Verschnaufen an,
und schon ging es Richtung Heimat auf die Autobahn.
Am Rasthaus Jura wurde wieder heißer OVA-Kaffee serviert,
und die 4 Tage alte Getränkerechnung präsentiert.

Im Landgasthof Hirsch machten wir die letzte Pause,
hier klang unsere Reise aus bei einer deftigen Jause.
Zum Schluß können wir alle von Herzen sagen,
wir haben viel Schönes erlebt in den 4 Tagen.

Die Reise war sehr gut geplant und vorbereitet,
und von dem AGV-Team souverän geleitet.
Waltraut und Dieter samt Fahrer kann man nur loben,
für das Wetter und den guten Verlauf geht unser Dank nach oben.

Wir sagen herzlichen Dank und spenden Applaus,
denn bald ist unsere Bayern-und Böhmerwaldreise aus.

Während der Heimfahrt auf der Autobahn bei Ellwangen vorgetragen. Unrichtigkeiten bitte ich zu entschuldigen, Schreibfehler sind gewollt.

Euer mitgenommener Willi Ranger.
 

Generiert: 2011-02-19
 
 
Zum Seitenanfang Letzte Bearbeitung: 2009-02-27   -   © 2011  OVA-Omnibus-Verkehr Aalen
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